Vom 15. bis 19. Oktober nimmt die Ukraine an der Frankfurter Buchmesse teil – einem der größten und einflussreichsten Buchforen der Welt, das jährlich in Deutschland stattfindet. Der nationale Stand der Ukraine, der vom Ukrainischen Buchinstitut mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und strategische Kommunikation, des Außenministeriums, des Goethe-Instituts Ukraine, des Ukrainischen Instituts und von Mystetskyj Arsenal organisiert wird, wird eine Plattform für die Präsentation des modernen ukrainischen Buchwesens, das Kennenlernen von Schriftsteller:innen und den Aufbau internationaler beruflicher Kontakte sein.
Über fünf Tage hinweg werden ukrainische Autor:innen, Übersetzer:innen, Journalist:innen, Intellektuelle sowie gesellschaftliche Akteur:innen am nationalen Stand und auf mehreren weiteren Bühnen in internationalen Diskussionsrunden auftreten. Das Programm umfasst die Präsentation neuer Publikationen, Begegnungen mit ukrainischen Schriftsteller:innen, Fachgespräche sowie Verhandlungen mit Verleger:innen und Literaturagent:innen aus aller Welt.
Das diesjährige Fokusthema der Ukraine auf der Messe lautet „Filling in“ – „Ergänzung“. Unser Ziel ist es, Lücken auf der europäischen Kulturkarte zu schließen: ukrainische Klassiker:innen in Übersetzungen vorzustellen, neue Dimensionen unserer Literatur und Geschichte zu eröffnen sowie das Bild der ukrainischen Geografie und des kulturellen Erbes zu erweitern. Wir möchten vergessene Namen zurückbringen und an Autor:innen erinnern, ohne die die europäische Literatur unvollständig bleibt.
Der ukrainische Nationalstand, organisiert vom Ukrainischen Buchinstitut, befindet sich in Halle 4.1 F79/80 und präsentiert über 300 Bücher von 38 Verlagen, darunter: „ A-ba-ba-ha-la-ma-ha“, „AССA“, „Akademperiodyka“, „Antipublishing“, „Artbooks“, „Bilka“, „Bohdan“, „Book-Сhef, „ The Old Lion Publishing House“, „Vivat“, „Vilnyi Viter“, „Gorobets“, „Zhorzh“, „Knygolove“, „Kalamar“, „Creative Publishing“, „Crocus“, „Laboratory“, „LitGround“, „Literaturagentur OVO“, „Magura“, „Junior Academy of Sciences of Ukraine (oder „MAN“)“, „Mamino“, „Nash Format“, „Orlando“, „Osnovy“, „Ranok“, „Samit-Knyha“, „Styletto.Stylos“, „Ukraїner“, „Folio“, „Hto Tse?“, „Chas Maistriv“, „Chas Zmin Inform“, „Chitarium“, „Shkola“, „1 More Page“. Die Verlage werden über den Verkauf und Erwerb von Buchrechten verhandeln und Kontakte für zukünftige Kooperationen knüpfen. Mit einem eigenen Stand ist zudem Creative Women Publishing vertreten – als Gewinner des „Tschytomo“-Preises („Chytomo“-Preises).
An der Eröffnung des ukrainischen Nationalstands, die am 15. Oktober um 11:00 Uhr stattfindet, nehmen teil: die amtierende Ministerin für Kultur und strategische Kommunikation der Ukraine, Tetyana Berezhna, der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland, Oleksii Makeiev, sowie der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos.
„Die Teilnahme der Ukraine an der Frankfurter Buchmesse ist eine Gelegenheit, die Welt an die Bedeutung der ukrainischen Stimme zu erinnern und zu zeigen, dass unsere Literatur ein unverzichtbarer Teil der europäischen Kultur ist. Trotz der systematischen Bedrohungen durch den Aggressor beweist die ukrainische Kultur ihre Widerstandsfähigkeit: zerstörte Verlagseinrichtungen werden wiederaufgebaut, und die Nachfrage nach ukrainischen Büchern wächst im Land stetig. Im Ausland erkämpfen wir uns erst unseren Platz – genau daran arbeiten unsere Verleger:innen derzeit. In Frankfurt werden wir zudem Treffen mit Kulturminister:innen jener Länder abhalten, die bereits der Allianz für kulturelle Resilienz beigetreten sind, sowie mit denen, die diese Möglichkeit noch prüfen. Ich bin überzeugt, dass die Messe ein Ort neuer Partnerschaften und wichtiger Vereinbarungen sein wird“, erklärte Tetyana Berezhna.
Das Design des nationalen Stands wurde gemeinsam mit den Cultural Forces entwickelt und basiert auf Ornamenten von Wassyl Krytschewskyj, dem Begründer der ukrainischen architektonischen Moderne.
„Seit 2018 organisiert das Ukrainische Buchinstitut den nationalen Stand in Frankfurt. In dieser Zeit beobachten wir ein wachsendes Interesse ausländischer Verlage und Besucher:innen an ukrainischen Büchern, das sich nach dem großangelegten Überfall noch verstärkt hat. Wir danken der Messeleitung, dem Goethe-Institut, der Internationalen Renaissance-Stiftung und weiteren Partnern für die Unterstützung des Programms, den Autor:innen für ihre Bücher, die in verschiedene Sprachen übersetzt werden, und den Verleger:innen, die die internationale Zusammenarbeit konsequent ausbauen und ihre Erfahrungen im Krisenmanagement unter Kriegsbedingungen teilen. Das Ukrainische Buchinstitut wird auch weiterhin die ukrainische Literatur weltweit fördern und dafür alle Möglichkeiten nutzen. Denn jedes ukrainische Buch ist ein Beweis dafür, dass Kultur stärker ist als der Krieg“, betonte Oleksandra Koval, amtierende Direktorin des Ukrainischen Buchinstituts.
Während der Messe finden auf der Bühne des nationalen Stands rund 30 Diskussionsrunden, Begegnungen mit Autor:innen sowie Präsentationen von Übersetzungen ukrainischer Bücher ins Englische und Deutsche statt.
„Das Ukrainische Institut beteiligt sich seit mehreren Jahren an der Organisation der Präsentation der Ukraine auf einer der wichtigsten Buchmessen der Welt, die längst nicht mehr nur eine Fachveranstaltung ist, sondern auch ein Ort für die Diskussion aktueller Ereignisse, die die Welt verändern. Wir sind Mitorganisator:innen des ukrainischen Programms, sowohl am nationalen Stand als auch auf der Hauptbühne der Messe, und haben sieben ukrainische und ausländische Schriftsteller:innen eingeladen, deren Bücher kürzlich auf Deutsch erschienen sind und die wichtige Themen über die Ukraine, insbesondere über den Krieg, erklären. Wir bereiten auch Informationsmaterialien für das Fachpublikum und die breite Öffentlichkeit der Messe vor. Wir werden Empfehlungslisten ukrainischer Klassiker präsentieren, die auf unsere Bitte hin von den anerkannten Literaturwissenschaftler:innen Tamara Hundorowa und Alessandro Achilli erstellt wurden, sowie einen Übersetzungskatalog, der im Rahmen der zweiten Ausgabe des Übersetzungsprogramms in Deutschland entstanden ist und Auszüge auf Deutsch aus Büchern ukrainischer Autor:innen – sowohl der Gegenwart als auch der Klassik – enthält. Wir möchten, dass ukrainische Literatur im Ausland häufiger übersetzt und gelesen wird, und deshalb beteiligen wir uns jedes Jahr an der Organisation des ukrainischen Programms auf der Frankfurter Buchmesse“, erklärte Tetyana Filevska, Kreativdirektorin des Ukrainischen Instituts.
Zu den Teilnehmer:innen des ukrainischen Programms gehören unter anderem Jurij Andruchowytsch, Kateryna Michalizyna, Halyna Kruk, Ljubko Deresch, Artem Tschapaj, Mariam Najem, Maksym Eristavi, Andrij Ljubka, Natalka Marynchak, Oksana Forostyna, Kateryna Kalytko, Jaryna Tschornohus, Walentyna Sotnykowa, Oleksandr Myched, Szczepan Twardoch, Kate Tsurkan, Stefaniya Ptashnyk, Myroslaw Lajuk, Kateryna Mishchenko, Natalia Chermalych, Julia Danylewska, Tanja Maljartschuk, Roksoljana Sviato, Veronika Yadukha, Julija Iljucha, Oleksandr Irwanez, Ulrich Schmid, Alessandro Achilli, Claudia Dathe, Jutta Lindekugel, Kati Brunner, Lydia Nagel, Andreas Rostek, Barbara Baranova, Lawrence Schimel, Carl Henrik Fredriksson, Yurij Gurzhy, Tine Hammer, Jakob Wunderwald, Beatrix Kersten, Shamma Schahadat, Olaf Kühl, Katharina Raabe, Katharina Schultens und andere.
ukrainischen Autor:innen, und genau das ist die Grundlage für ihre Präsenz im Ausland. In diesem Jahr werden in Frankfurt mehrere übersetzte Texte erscheinen – von Andrij Ljubka, Oleksandr Irwanez, Maksym Eristavi, das Buch ‚Kurze Geschichte eines langen Krieges‘ von Mariam Najem, Gedichte von Jaryna Tschornohus und dem gefallenen Maksym Kryvtsov. In gleich zwei Verlagen werden Bücher von Viktoria Amelina ins Deutsche übersetzt erscheinen. Außerdem präsentieren Claudia Dathe und Tanja Maljartschuk in diesem Jahr die ersten beiden Bände einer umfangreichen Sammlung ukrainischer Klassiker im Wallstein Verlag“, erklärte Maria Schubtschyk, Koordinatorin des ukrainischen Programms vom Goethe-Institut Ukraine.
Das vollständige Programm der ukrainischen Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse.
Ebenfalls in diesem Jahr findet bereits zum vierten Mal in Folge ein Sonderprogramm für Verleger:innen aus der Ukraine und den Nachbarländern statt, das von der Frankfurter Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem Buch-Arsenal-Festival und dem Goethe-Institut Ukraine organisiert wird. Sein Ziel ist es, die Weiterbildung und den Austausch von Verleger:innen, Redakteur:innen, Lizenzmanager:innen und Literaturagent:innen aus der Ukraine, Armenien, Bulgarien, Tschechien, Georgien, Moldau, Kasachstan, Polen, Rumänien, der Slowakei und Ungarn zu fördern. Das Programm wurde 2022 ins Leben gerufen und wird durch die finanzielle Unterstützung des Auswärtigen Amts Deutschlands ermöglicht.
Der Stand von Mystetskyi Arsenal J83 in Halle 3.1 „Kunst. ArtBook. Design“ wird dem Konzept „Alles zwischen uns – Übersetzung“ gewidmet sein, das zum Leitthema des XIII. Buch-Arsenals wurde. Dort werden die Kataloge der Institution präsentiert. Für das internationale Publikum relevante Aspekte dieses Themas – die Übersetzung von Erfahrungen und die Suche nach einer gemeinsamen Sprache in einer sich ständig verändernden Welt – werden auch im Rahmen der Veranstaltungen des ukrainischen Programms behandelt.
„In diesem Jahr setzen der Stand des Mystetskyi Arsenal in Frankfurt und unsere Programmveranstaltungen die wichtigen Diskussionen des Festivals für ein internationales Publikum fort und schaffen den notwendigen Kontext für ausländische Gäste. Das Sonderprogramm für Verleger:innen aus der Ukraine und den Nachbarländern trägt weiterhin zur professionellen Zusammenarbeit der Teilnehmer:innen, zur gegenseitigen Integration und zur Stärkung geschäftlicher Beziehungen bei. Damit ermöglicht die inzwischen traditionelle Partnerschaft zwischen ukrainischen und internationalen Kulturinstitutionen, die an der Vorbereitung des Auftritts der Ukraine auf der Frankfurter Buchmesse beteiligt sind, die Vielfalt der Formate zu erweitern und ein breiteres Publikum zu erreichen. So wird die Sichtbarkeit der Ukraine und die Überzeugungskraft unserer Stimmen gestärkt“, erklärte Yuliia Kozlovets, Direktorin des Buch-Arsenal-Festivals.
Insgesamt wurde das ukrainische Programm am nationalen Stand dank der Unterstützung der Beauftragten für Medien und Kultur, der Frankfurter Buchmesse, des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der International Renaissance Foundation, der NGO „Horizonte ohne Grenzen“, der Botschaft der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland, des Generalkonsulats der Ukraine in Frankfurt am Main, der Cultural Forces, dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland sowie des Koordinationszentrums in Frankfurt am Main möglich.
Die Frankfurter Buchmesse ist die führende internationale Plattform für Verleger:innen, Autor:innen und Kultureinrichtungen. Sie bringt jedes Jahr Zehntausende Besucher:innen und Teilnehmer:innen aus aller Welt zusammen. Die Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse ist eine Gelegenheit, die Ukraine als moderne und dynamische Kulturgemeinschaft zu präsentieren und zugleich ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Position des ukrainischen Buches auf globaler Ebene.