Der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann hat am 28. August die Goethe-Medaille an den nigerianischen Fotografen Akinbode Akinbiyi, den Schriftsteller Juri Andruchowytsch aus der Ukraine und den georgischen Museumsdirektor David Lordkipanidze verliehen. Mit dem offiziellen Ehrenzeichen der Bundesrepublik ehrt das Goethe-Institut Personen, die sich mit besonderem Engagement um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Die Goethe-Medaille wurde zum 62. Mal verliehen.
„Die drei diesjährigen Preisträger sind unermüdliche interkulturelle Mittler, drei herausragende Persönlichkeiten, die sich in ihrer Arbeit mit dem hochaktuellen Schwerpunktthema der heutigenVerleihung „Migration der Kulturen – Kulturen der Migration“ auseinandersetzen – fotografisch, wissenschaftlich und literarisch“, begründete Klaus-Dieter Lehmann die Auszeichnung von Akinbode Akinbiyi, Juri Andruchowytsch und David Lordkipanidze mit der Goethe-Medaille 2016.
Die Verleihung der Goethe-Medaillen fand in Anwesenheit der Stellvertretenden Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen und Ministerin für Finanzen Heike Taubert, sowie Andreas Görgen, dem Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation im Auswärtigen Amt, und dem Oberbürgermeister der Stadt Weimar Stefan Wolf im Residenzschloss Weimar statt.
Juri Andruchowytsch gilt als eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen der Ukraine. Als Schriftsteller, Dichter, Essayist und Übersetzer ist er Teil der kritischen, kreativen Szene, die die zivilgesellschaftlichen Prozesse nach der Revolution auf dem Maidan reflektiert und vorantreibt. Mit Deutschland ist Juri Andruchowytsch unter anderem durch mehrere Stipendienaufenthalte eng verbunden. Am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin hatte er 2014 eine Gastprofessur inne. Er übersetzt deutsche Dichter wie Rainer Maria Rilke ins Ukrainische und verschafft der dortigen Leserschaft damit einen neuen Zugang zu den deutschen Klassikern. Mit seiner eigenen schriftstellerischen Arbeit machte er das literarische Territorium seines Heimatlandes einem deutschen Publikum bekannt. Den größten öffentlichen Widerhall fanden drei seiner Romane, die während der neunziger Jahre entstanden und veröffentlicht wurden: „Rekreaciji“ (1992), „Moscoviada“ (1993, deutsche Ausgabe 2006) und „Perversion“ (1996, deutsche Ausgabe 2011). Seine Texte sind international übersetzt und verlegt worden.
Die Goethe-Medaille wurde 1954 vom Vorstand des Goethe-Instituts gestiftet und 1975 von der Bundesrepublik Deutschland als offizielles Ehrenzeichen anerkannt. Die Goethe-Medaille wird zum Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe, am 28. August, verliehen.
Quelle: Deutsche Botschaft in der Ukraine