Am 7. September 2020 wurde in der «Bild-Zeitung» eine Publikation mit dem "Nord Stream 2 wegen Nawalny stoppen?", die den Kommentar des Botschafters der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland Dr. Andrij Melnyk beinhaltete, veröffentlicht.
NORD STREAM 2 WEGEN NAWALNY STOPPEN?
So viel Putin steckt in der Union
7. September 2020
von: JULIAN RÖPCKE UND RALF SCHULER
Die Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny (44) mit dem berüchtigten Nervenkampfstoff Nowitschok spaltet die CDU. Im Mittelpunkt des Richtungsstreits: die russische Gas-Pipeline Nord Stream 2.
Ein Teil der Partei fordert ein klares Zeichen an den Kreml. Norbert Röttgen (55) fordert einen endgültigen Baustopp der Putin-Röhre. Friedrich Merz (64) will einen zweijährigen Stopp der Bauarbeiten. Beide Politiker wollen im Dezember Partei-Chef werden.
Noch-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte: „Ich habe immer gesagt, dass Nord Stream 2 für mich kein Herzensprojekt ist …“
Jens Spahn (40) sagte gestern bei BILD Live: „Es liegt jetzt an Russland, wie es weitergeht.“ Es gebe keine wirtschaftliche Frage, „die am Ende wichtiger sein kann als außen- und sicherheitspolitische Interessen Deutschland und Europas“.
Ukraine-Botschafter Andrij Melnyk (44) sagte zu BILD,
er hoffe, dass „die CDU, die seit 75 Jahren für Europa als Wertegemeinschaft einsteht, diesen mutigen Schritt wagen“ und Nord Stream 2 endgültig zu den Akten legen werde. Das Projekt sei von Anfang an „ein Fehlschuss mit schwerwiegenden Folgen für die europäische Solidarität sowie die transatlantische Einigkeit“ gewesen.
Melnyk stellte klar:
„Wir wünschen uns, dass sich die Union klar für einen pro-westlichen, pro-europäischen Weg entscheidet und nicht jenen nachgibt, die Nord Stream 2 um jeden Preis realisieren wollen.“
Deshalb fordert Moskau „Aufklärung“
Es klingt gut, ist aber ein Propaganda-Trick: Russlands Forderungen nach „unabhängigen Untersuchungen“. Ob der Abschuss des Flugzeugs MH17 oder Anschläge auf Oppositionelle – der Kreml hat kein Interesse, seine Verbrechen aufzuklären.
Stattdessen fordert Moskau „Aufklärung“, um die anschließenden Ermittlungen in mehreren Schritten zu untergraben. Die Ermittler werden als anti-russisch diffamiert, die Ermittlungsbehörden mit Hacker-Angriffen überzogen, Untersuchungsergebnisse nicht anerkannt.
Das wahre Propaganda-Ziel hinter der russischen Forderung nach „Aufklärung“: Zeit schinden und Zweifel säen.
Der volle Text ist unter Bild Zeitung