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Gastbeitrag von Oleksii Makeiev: "Das wäre ein klares Signal an Moskau"
Veröffentlicht am 31 Juli 2025 Jahr 13:36

Nach dem Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw fordert der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, von Deutschland Taten. Die Zeit der Worte sei vorbei.

Heute wurde Kyjiw erneut Ziel eines brutalen russischen Raketenangriffs. Bilder zerstörter Gebäude und verletzter Zivilisten erreichen uns fast täglich, doch die heutige Attacke verdeutlicht einmal mehr: Der Terror Moskaus kennt keine Grenzen. Was können wir dagegen tun?

Deutschland handelt bereits richtig, indem es eine Führungsrolle in der Koalition zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr übernimmt. Die Suche nach und die Lieferung von zusätzlichen Patriot-Systemen für die Ukraine sind entscheidend, um Zivilisten vor russischen Raketen zu schützen. Doch wir können und müssen weiter gehen.


Der nächste logische Schritt ist daher – wie bereits im Mai zwischen Deutschland und der Ukraine beschlossen – jetzt gezielt in die ukrainische Verteidigungsindustrie zu investieren. Konkret bedeutet das: Produktion von Aufklärungsdrohnen, weitreichenden Kampfdrohnen, Drohnen-Abfangsystemen sowie FPV-Drohnen durch ukrainische Unternehmen in der Ukraine, ergänzt durch gemeinsame deutsch-ukrainische Joint Ventures.


Eine starke Verteidigungsindustrie ist ein Signal an Moskau


Davon profitieren auch deutsche Hersteller erheblich: Durch den engen Erfahrungsaustausch werden sie besser in der Lage sein, auf die zukünftigen Anforderungen an Bewaffnung und Ausrüstung der Bundeswehr zu reagieren. Präsident Selenskyj hat deutlich gemacht, dass die Ukraine über ausreichende Produktionskapazitäten verfügt und einen Finanzierungsbedarf von 6 Milliarden Euro hat, um diese entscheidenden Technologien bereitzustellen.


Eine starke, vor Ort verankerte Verteidigungsindustrie wäre nicht nur eine nachhaltige Stärkung der ukrainischen Armee, sondern auch ein klares Signal an Moskau, dass der Westen langfristig denkt und handelt.


Ich danke der Bundesregierung ausdrücklich dafür, dass sie das sieht und im Haushalt für die Jahre 2025 bis 2027 erhebliche Mittel für die militärische Unterstützung der Ukraine vorgesehen hat. Ja, das sind große Summen – aber sie sind keine humanitäre Hilfe. Sie sind eine Investition in die eigene Sicherheit. Solange russische Raketen am Himmel über der Ukraine abgefangen werden, solange russische Panzer und Kriegsverbrecher von ukrainischer Infanterie unter Einsatz ihres Lebens gestoppt werden, kann Deutschland sich rüsten und verteidigungsfähig werden.


Der Angriff auf Kyjiw ist ein Weckruf


Darüber hinaus ist eine deutliche Verstärkung des Sanktionsdrucks gegen Russland nötig. Die von Deutschland angetretene europäische Führungsrolle bedeutet auch, die bestehenden Sanktionen konsequent durchzusetzen, neue, wirksame Sanktionspakete zu initiieren und endlich entschlossen russische staatliche Vermögenswerte zu konfiszieren, um sie für den Wiederaufbau der Ukraine einzusetzen.


Der Appell an die deutsche Wirtschaft, ihr Russlandgeschäft unverzüglich einzustellen, muss mit aller Klarheit nicht nur von meiner Wenigkeit, meiner Regierung und der ukrainischen Zivilgesellschaft ausgesprochen werden, sondern auch von Entscheidungsträgern in Berlin, von Unternehmern aus München und Düsseldorf, von Verbänden und der breiten deutschen Öffentlichkeit. Jeder Euro, der heute in Russland verdient und als Steuer gezahlt wird, finanziert unmittelbar den Angriffskrieg Russlands gegen Europa und die Ukraine.


Der Angriff auf Kyjiw heute ist ein erneuter Weckruf: Es ist Zeit, gemeinsam entschlossener zu handeln. Denn nur gemeinsam – als Europäerinnen und Europäer – sind wir stark genug, um Freiheit, Sicherheit und Frieden zu verteidigen.”


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