Berlin. Oleksii Makeiev kennt sich mit Deutschland aus. Die Sprache hat er als Schüller in Kyjiw gelernt. Und er hat auch shon - von 2005 bis 2009 - in der ukrainischen Botschaft in Berlin gearbeitet. Jetzt, mitten im Krieg, hat er die Nachfolge von Adrij Melnyk übernommen. Eines seiner ersten Interviews gibt er beim Besuch in der Redaktion Funke Mediengruppe.
Von Michael Backfisch, Jochen Gaugele und Jörg Quoos.
Herr Botschafter, sind Sie gut aufgenommen worden in Berlin?
Sehr gut. Regierungsvertreter haben mich mit offenen Armen empfangen. Und ich werde auch schon auf der Straße angesprochen. Das ist ein toller Start für jeden Botschafter. Natürlich bin ich meinem Vorgänger dankbar, dass er die Ukraine in den Mittelpunkt des Interesses hier in Deutschland gerückt hat.
Ihr Vorgänger Andrij Melnyk war umstritten, weil er mit harschen Worten mehr Unterstützung für die Ukraine einforderte. Er hat sogar den Bundeskanzler eine „beleidigte Leberwurst“ genannt. Welchen Stil pflegen Sie?
Ich hoffe, eines Tages wird man es als Makeiev-Stil bezeichnen. Mein Hauptziel ist, Vertrauen aufzubauen. Für einen Diplomaten ist Vertrauen das wichtigste. Wenn ein Diplomat Vertrauen verliert, ist er kein Diplomat mehr. Ich will aufgeschlossen, überzeugend, kämpferisch auftreten. Mein Präsident nennt uns Kämpfer an der diplomatischen Front. Meine Aufgabe ist, die Deutschen und ihre Regierung zu motivieren, dass sie uns helfen und wir in diesem Krieg nicht alleine stehen.
Wie zufrieden sind Sie mit der deutschen Unterstützung?
Ich bin sehr zufrieden, was die deutsche Bevölkerung für meine Landsleute tut, die vor dem russischen Vernichtungskrieg flüchten. Dafür werden die Ukrainer den Deutschen ewig dankbar sein. Bei der militärischen Unterstützung durch die Bundesregierung gibt es aber noch Luft nach oben. Wir haben ein Ziel: Dieser Krieg muss gewonnen werden. Wir haben in den vergangenen acht Jahren gelernt, dass Verhandlungen mit Russland nicht zum Frieden führen. Wir brauchen keine Vermittler, wir brauchen Verbündete. Der Westen muss als Team auftreten, und wir müssen auf alles zurückgreifen können, was dieses Team hat.
Der volle Text des Interviews hier Funke Mediengruppe