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„Kardinalfehler“ und „absurde“ Begründungen, - Botschafter der Ukraine Dr. Andrij Melnyk im Interview mit Tagesspiegel
Veröffentlicht am 10 Juni 2022 Jahr 21:03

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat die Begründungen der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Blockade eines Nato-Beitritts der Ukraine als „absurd“ und ihr Verhalten als historischen Fehler bezeichnet. „Die Ausreden der Kanzlerin a.D. zu ihrer kategorischen Ablehnung der Nato-Mitgliedschaft für die Ukraine 2008 sind absurd“, sagte Melnyk dem Tagesspiegel.

Diese Blockadehaltung sei „einer der gravierendsten Kardinalfehler der Ex-Bundeskanzlerin, der aufgearbeitet werden müsste“, betonte Melnyk.

Merkel hatte am Dienstag im Berliner Ensemble ihre Blockade eines baldigen Nato-Beitritts beim Nato-Gipfel 2008 in Bukarest ausführlich erläutert. Damals ging es um den Membership Action Plan, die Vorstufe der Mitgliedschaft. Merkel sagte, damals sei die Ukraine nicht demokratisch gefestigt gewesen. Es sei ein von Oligarchen beherrschtes Land mit viel Korruption gewesen.

Vor allem die USA hatten Druck gemacht, dass die Ukraine und Georgien rasch eine Beitrittsperspektive bekommen. Merkel verwies zudem als zweiten Beweggrund für ihr Verhalten darauf, dass Russland darauf scharf reagiert hätte. „Ich wusste, dass Putin etwas tun wird, das der Ukraine nicht gut tun wird“, sagte Merkel.

Melnyk weist Merkels Argumentation scharf zurück. Das Bild, das Angela Merkel über die Ukraine als ein „von Oligarchen beherrschtes und demokratisch nicht gefestigtes Land“ gezeichnet hat, sei völlig verkehrt und übertrieben.

„Gerade nach der Orangenen Revolution und den Massenprotesten auf dem Maidan 2004 gegen die Wahlfälschung haben die Ukrainer der ganzen Welt bewiesen, dass sie bereit sind, ihre Heimat grundlegend zu reformieren und auch den Einfluss von Oligarchen zu zerstören“, betonte Melnyk. „Der an Frau Merkel gescheiterte Beschluss der Nato in Bukarest 2008, einen Membership Action Plan für die Ukraine auf den Weg zu bringen – aus falscher Rücksicht auf Russland, hätte zweifelsohne demokratische Reformen massiv vorangebracht.“

Quelle: Tagesspiegel

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