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Deutschland hat 8 Millionen ukrainischer Opfer des National-Sozialismus gedenkt
Veröffentlicht am 08 Mai 2020 Jahr 21:19

Trotz der Quarantänebeschränkungen hat sich die Botschaft der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland dafür entschieden, die Zeremonie zu Gedenken an alle Opfer des Zweiten Weltkrieges in diesem Jahr nicht zu verschieben. Mit der Zustimmung von Berliner Senat und Berliner Bürgeramt, mit der Berücksichtigung aller Verordnungen über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz wurden Kränze und Blumen zum Sowjetischen Ehrenmal im Berlin-Tiergarten niedergelegt.

Schon seit sechs Jahren organisiert die Botschaft der Ukraine am 8. Mai zusammen mit den deutschen PartnerInnen, VertreterInnen der ausländischen diplomatischen Missionen sowie Mitgliedern der ukrainischen Gemeinde eine Zeremonie zu Gedenken an alle Opfer des Zweiten Weltkrieges und zur Auszeichnung des besonderen Beitrags der Ukraine zum Sieg über National-Sozialismus.

Dieses Jahr wurde die Zeremonie wegen der Corona-Pandemie in einem neuen Format mit einem Abstand zwischen den TeilnehmerInnen durchgeführt. Die Atmosphäre aber war besonders herzgreifend, voller Dankbarkeit gegenüber den früheren Generationen für den Beitrag zum Aufbau der demokratischen Ordnung in Europa und die Verantwortung vor den kommenden Generationen bezüglich des bitteren Erfahrungsaustausches, damit solche Fehler in der Zukunft vermieden werden können.

Der persönlichen Einladung des Botschafters der Ukraine Dr. Andrij Melnyk folgten in diesem Jahr Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses Ralf Wieland, Regierender Bürgermeister von Berlin Michael Müller, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), Staatsminister für Europa des Auswärtigen Amtes Michael Roth, Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag Amira Mohamed Ali, Vorsitzender der Linken-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag Dr. Dietmar Bartsch, Generalsekretärin der FDP, MdB, Linda Teuteberg, Vizepräsidentin des Landtages Brandenburg Barbara Richstein (CDU), Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin Antje Kapek, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin Silke Gebel, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Freistaates Sachsen beim Bund Conrad Clemens, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Brandenburg Dr. Jan Redmann, Martin Patzelt, MdB (CDU), Dr. Fritz Felgentreu, MdB (SPD), Staatssekretär, Chef des Bundespräsidialamtes Stephan Steinlein, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Wolfgang Schneiderhan, Botschafterin der Französischen Republik Anne-Marie Descôtes, Botschafter von Kanada Stéphane Dion, Botschafter der Republik Moldau Oleg Serebrian, Gesandter der Botschaft der Republik Österreich Andreas Somogyi, Gesandter der Botschaft der Republik Polen Janusz Styczek, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa sowie Internationales, Bevollmächtigter des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund Dr. Mark Speich, Marian Wendt, MdB (CDU), Alois Karl, MdB (CDU), Michael Donth, MdB (CDU), Dr. Karl Heinz Brunner, MdB (SPD), Alexander Kulitz, MdB (FDP), Generalsekretärin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Daniela Schily, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas Uwe Neumärker, Direktor, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst Dr. Jörg Morré, Direktorin des Zentrums für die Liberale Moderne Marieluise Beck, Leiter des Leitungsstabs, Bundesministerium der Verteidigung Nico Lange, Leiter der Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund Thomas Gloßner, Botschafter der Republik Armenien Ashot Smbatyan, Botschafter der Republik Belarus Denis Sidorenko, Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland Dr. Jörg Wojahn, Botschafter der Mongolei Dr. Zamba Ganbat, Gesandte-Botschaftsrätin der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika Eugenia Maria Sidereas, Gesandter der Botschaft von Georgien Ioseb Chkhikvishvili, Botschaftsrat, Botschaft der Republik Türkei Dervis Fikret Ünal, Botschaftsrat der Botschaft der Republik Kasachstan Alexandr Nechiporenko, Botschaftsrätin der Botschaft des Königreichs Belgien Hélène De Bock, Verteidigungs-, Heeres-, Luftwaffen- und Marineattaché der Botschaft der Republik Polen Artur Romanowski, Verteidigungsattaché der Botschaft der Schweiz Reto Rutsch, Verteidigungsattaché der Botschaft der Portugiesischen Republik Ana Baltazar, Verteidigungsattaché der Botschaft der Republik Türkei Gürkan Çavuş, Verteidigungsattaché der Botschaft der Republik Kroatien Goran Klanac, Heeresattaché der Botschaft des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland David Moreton, Verteidigungsattaché der Botschaft der Japan Shigeru Miura, Stellvertretender Verteidigungsattaché der Botschaft der Italienischen Republik Marco Maccaroni, stellv. Bezirksbürgermeister Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf Michael Karnetzki, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Büro Christoph Matschie, MdB (SPD) Daryna Kolesnykova.

Eine Freude war, dass der 92-jährige Kriegsveteran Semen Kleiman an der Zeremonie teilnehmen konnte, der im Jahr 1943 mobilisiert worden ist. Er hat als Mitglied der Zweiten Ukrainischen Front in der Kriegszeit gekämpft, wurde zweimal verwundet.

In einer Schweigerminute wurden 60 Mio. Opfer, darunter über 8 Mio. UkrainerInnen gedenkt, die in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges gestorben sind. 7,7 Millionen Ukrainer haben in den Reihen verschiedener Armeen gekämpft: der sowjetischen Roten Armee, der polnischen Streitkräfte, der Ukrainischen Aufstandsarmee UPA, der US-Armee, der britischen und der französischen Armee. Alle getöteten Soldaten verdienen, geehrt zu sein.

In einem Morgeninterview vom „Deutschlandfunk“ vom 8. Mai 2020 hat der Botschaft der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland Dr. Melnyk die für die deutsche Gesellschaft schockierte Zahlen bezüglich der unglaublich großen Verluste des ukrainischen Volkes während des Zweiten Weltkrieges genannt und den deutschen Bundestag, den Berliner Senat sowie Bürgeramt dazu aufgerufen, im Herzen der Hauptstadt Deutschlands eine Gedenkstätte für die ukrainischen Opfer des National-Sozialismus endlich zu errichten.

„Bis heute haben wir sehr höflich, vielleicht zu höflich unsere deutschen Freunde und Partner gebeten, ein Denkmal für diese acht Millionen ukrainischen NS-Opfer im Zentrum Berlins zu errichten. Bis jetzt gab es leider keine Reaktion. Von nun an werden wir nicht mehr bitten, sondern fordern, dass diese ukrainischen Opfer des deutschen Versklavungskrieges endlich würdig geehrt werden“, so der Botschafter Andrij Melnyk.

Fotos: Pavlo Sepi Pavel Sepi 


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