Foto: Olga Tanasiychuk
Am 7. September nahmen der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Oleksii Makeiev, die Beraterin des Präsidenten der Ukraine für Kinderrechte und Kinderrehabilitation, Daria Gerasymchuk, sowie die Beraterin des Leiters des Präsidialamtes der Ukraine, Daria Zarivna, an einer Podiumsdiskussion im Bundestag teil. Die Diskussion widmete sich der Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Deutschland, um von Russland entführte ukrainische Kinder in ihre Heimat zurückzubringen.
Die Veranstaltung wurde von einer Gruppe deutscher Abgeordneter organisiert, nämlich: Robin Wagener, Markus Faber, Michael Roth, Roderich Kiesewetter, Yvonne Magvas, Knut Abraham, Erik von Malottki, Frank Schwabe, Johann David Wadephul, mit Unterstützung der Botschaft der Ukraine in Deutschland und der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe. Die Idee für die Veranstaltung stammte von den ukrainischen Wissenschaftlerinnen des „Internationalen Parlaments-Stipendiums“ - Khrystyna Danyuk, Yana Melnychenko und Ulyana Hnatyshyn.
"Ein besonderer Teilnehmer der Veranstaltung war der 11-jährige Illya aus Mariupol, dessen Mutter vor seinen Augen von russischen Soldaten getötet wurde. Der Junge wurde gewaltsam aus dem Territorium der Ukraine deportiert. Illyas Reise nach Berlin fand im Rahmen der Informationskampagne „Stolen Voices“ statt – als Teil des “Bring Kids Back UA” Plans, der vom Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, beschlossenen wurde.
“Dieses Thema hat in der deutschen Gesellschaft bisher nicht ausreichend Beachtung gefunden, daher bemüht sich die ukrainische Seite nun darum, dass die Entscheidungsträger und vor allem die breite Öffentlichkeit über diese schrecklichen Fakten informiert werden”, sagte Oleksii Makeiev, der Botschafter der Ukraine in Deutschland.
„Heute ist hier im Bundestag nicht nur die Stimme Illyas zu hören, sondern auch die Stimmen aller von Russland entführten ukrainischen Kinder“, betonte Daria Gerasymchuk.
Sie wies darauf hin, dass laut russischen Massenmedien, die sich auf die Verteidigungsministerien des Besatzungslandes beziehen, zum 1. September 2023 mehr als 744.000 ukrainische Kinder illegal in die Russische Föderation abgeschoben wurden.
Derzeit sind mindestens 20.000 Fälle von illegaler Abschiebung ukrainischer Kinder durch Russland offiziell dokumentiert. Doch die realen Zahlen könnten um ein Vielfaches höher liegen, betonte Darya Gerasymchuk.
„Das ist ein riesiges Verbrechen. „Russland stellt keinem Staat oder keiner Organisation Informationen über ihren Aufenthaltsort, ihren Gesundheitszustand oder andere Umstände zur Verfügung“, betonte Darya Zarivna, Beraterin des Leiters des Präsidialamts der Ukraine und operative Direktorin von “Bring Kids Back UA”.
Bisher wurden nur 386 junge Ukrainer und Ukrainerinnen in die Heimat zurückgebracht.
„Diese Brutalität kann nicht ungestraft bleiben, und wir sind der internationalen Gemeinschaft dankbar, dass sie dies anerkennt.“ Der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Wladimir Putin und die sogenannte Ombudsfrau Lvova-Belova ist ein gutes Zeichen. Wir brauchen jedoch mehr als nur Signale. Echte Maßnahmen sind erforderlich. Zu diesem Zweck hat Präsident Wolodymyr Selenskyj das Projekt “Bring Kids Back UA” initiiert. Dabei handelt es sich um einen strategischen Aktionsplan, der dem vierten Punkt der Friedensformel „Freilassung aller Gefangenen und Deportierten“ entspricht, erklärte die Beraterin des Leiters des Präsidialamts.
„Um die Welle der Verbrechen gegen unsere Kinder zu stoppen, sind gemeinsame internationale Anstrengungen erforderlich. Wir benötigen wirklich Ihre Hilfe. Dies ist eine Gelegenheit, Ihre Führungsqualitäten erneut unter Beweis zu stellen“, fügte sie hinzu.
Die Podiumsdiskussion brachte Experten und Meinungsführer der politischen und zivilen Gesellschaft der Ukraine und Deutschlands zusammen, um das Bewusstsein für die Verletzung von Kinderrechten durch Russland zu schärfen und Wege zur Zusammenarbeit bei der Rückführung entführter junger Bürger und Bürgerinnen der Ukraine zu finden