Anlässlich des 150. Geburtstages der berühmten ukrainischen Dichterin Lesia Ukrainka und auf Einladung des Internationalen Institutes für Bildung, Kultur und Diaspora Lwiw begrüßte S.E. Botschafter der Ukraine in Deutschland Dr. Andrij Melnyk, LL. M. TeilnehmerInnen des Videoprojekts „Lesia – Ukrainka. Und Wir – Ukrainer“ zur Präsentation von Vortragung von Gedichten von ukrainischen Kindern aus der ganzen Welt.
Herr Botschafter Melnyk betonten, dass es besonders erfreulich sei, dass die Figur von Lesia Ukrainka allmählich zu einem der wichtigsten Verbindungsglieder für unser Vaterland, aber auch für das gesamte Urkainertum in der Welt, werde. Und teilte persönlichen Überlegungen zum literarischen Schaffen der großen ukrainischen Dichterin.
Ausgerechnet im diplomatischen Dienst hier in Deutschland begann er ganz anders, Lesia zu verstehen und zu spüren.
In der deutschen Hauptstadt wurde Lesia 1899 von einem der bekanntesten Chirurgen jener Zeit Dr. Bergmann behandelt. Besonders ihre zahlreichen Briefe, die sie in die Ukraine verschickte, enthüllten auf eine neue Weise die wirklich fantastische Persönlichkeit und die unglaubliche innere Welt von Lesia. In diesen sehr vertrauensvollen Briefen trat sie erstmals als wirklich europäische Dichterin auf, die trotz der Last der schwierigen Beinoperation mit aller Kraft in die aktive deutsche Theater- und Literaturwelt eindrang und versuchte, keine einzige Aufführung am Deutschen Theater zu verpassen.
Hier lernte sie die Arbeit von Gerhart Hauptmann kennen, dem zukünftigen Nobelpreisträger, dessen Theaterstücke sie vielleicht am meisten schätzte.
Heute könnten man mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass ein kreatives kritisches Überdenken von Hauptmanns Werken nach ihrer Rückkehr in die Heimat Lesia Ukrainka zum Schreiben von "Wald-Lied" veranlasste, ohne das wir uns heute kaum die gesamte ukrainische Literatur vorstellen können.
Grußwort
von S.E. Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland Dr. Andrij Melnyk, LL. M.
anlässlich des 150. Geburtstages von der ukrainischen Dichterin und Schriftstellerin Lesia Ukrainka
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich freue mich sehr, dass die Figur von Lesia Ukrainka allmählich zu einem der wichtigsten Verbindungsglieder für unser Vaterland, aber auch für das gesamte Urkainertum in der Welt, wird.
Und das ist keineswegs Übertreibung.
Erlauben Sie mir, mit Ihnen meine sehr persönlichen Überlegungen zu teilen.
Ehrlich gesagt, würde ich nicht behaupten, dass in der Schulzeit ich ein großer Fan von Lesia Ukrainka und Ihren Werken war.
Sie und schließlich wie auch andere berühmte Dichter und Schriftsteller der damaligen Zeit im sowjetischen Bildungssystem kamen mir eher als eine Art entferntes und unerreichtes Denkmal aus Granit vor, zum Vergleich wie einige antike griechische Denker oder Philosophen.
Ich kann mich immer noch an ihren strengen Blick aus dem Portrait erinnern, das im Klassenzimmer der ukrainischen Literatur hing.
Und aufgrund dieser etwas strengen Darstellung damals wurden auch die Werke von Lesia Ukrainka wahrgenommen.
Zumindest für mich war es damals unmöglich, sich eine große Dichterin als lebendige Person mit ihren Träumen und Sorgen, ihrer Hartnäckigkeit und ihren Zweifeln vorzustellen.
Und paradoxerweise haben wir hier in Berlin eine Revolution im Bewusstsein erlebt.
Ausgerechnet im diplomatischen Dienst hier in Deutschland begann ich ganz anders, Lesia zu verstehen und zu spüren.
In der deutschen Hauptstadt wurde Lesia 1899 von einem der bekanntesten Chirurgen jener Zeit Dr. Bergmann behandelt.
Und dieses neue Verständnis verdanke ich vor allem meiner Frau, die als Wissenschaftlerin in letzter Zeit diese Berliner Periode von Lesia Ukrainkas Leben und Schaffen sehr sorgfältig erforscht hat.
Besonders ihre zahlreichen Briefe, die sie in die Ukraine verschickte, enthüllten auf eine neue Weise die wirklich fantastische Persönlichkeit und die unglaubliche innere Welt von Lesia.
In diesen sehr vertrauensvollen Briefen trat sie erstmals als wirklich europäische Dichterin auf, die trotz der Last der schwierigen Beinoperation mit aller Kraft in die aktive deutsche Theater- und Literaturwelt eindrang und versuchte, keine einzige Aufführung am Deutschen Theater zu verpassen.
Hier lernte sie die Arbeit von Gerhart Hauptmann kennen, dem zukünftigen Nobelpreisträger, dessen Theaterstücke sie vielleicht am meisten schätzte.
Wir können heute übrigens mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass ein kreatives kritisches Überdenken von Hauptmanns Werken nach ihrer Rückkehr in die Heimat Lesia Ukrainka zum Schreiben von "Wald-Lied" veranlasste, ohne das wir uns heute kaum die gesamte ukrainische Literatur vorstellen können.
Diese Briefe haben uns, und mir persönlich, gezeigt, wie cool, modern gesagt, Lesia Ukrainka wirklich war.
Eine Frau, die einfach die Europäische Art und Weise ausstrahlte, eine Großmeisterin der Selbstironie, die einerseits Berlin und all technische und kulturelle Errungenschaften der Deutschen und der deutschen Gesellschaft bewunderte und gleichzeitig rücksichtslos jene Aspekte des Lebens kritisierte, die ihr völlig absurd schienen.
Kurz gesagt war und bleibt Lesia eine der geheimnisvollen Figuren auf dem ukrainischen literarischen Olymp.
Sie lädt uns alle ein, täglich Schritt für Schritt Geheimnisse ihres Lebens und ihres unübertroffenen Talentes zu entlüften.
Deshalb lade ich uns alle herzlich ein, heute diese wirklich aufregende Reise zu unternehmen, um Lesia Ukrainka besser kennenzulernen.