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Kommentar des Botschafters der Ukraine zum Interview des Altbundeskanzlers Schmidt vom 27.03
Veröffentlicht am 11 April 2014 Jahr 14:26

Wie sonderbar es auch scheinen mag, wir sind mit Herrn Altbundeskanzler Schmidt in gewissen Sachen einig. Auch ich verstehe Russlands Vorgehen, aber etwas anders. Russland hat alle möglichen völkerrechtlichen und politischen Verpflichtungen gebrochen, weil es die Welt machtpolitisch sieht und die innenpolitische Karte ausspielen will.

Was mich wirklich stört, ist, dass Herr Schmidt infolge einer demokratischen Volksbewegung auf dem Maidan über die Illegitimität des ukrainischen Staates spricht. Solche Meinung teilt ja nur Russland. Der Rest der zivilisierten Welt sieht das ganz anders. Noch merkwürdiger sind die »historischen« Argumente des Herrn Altbundeskanzler, in denen vermutet wird, Krim und Ukraine gehörten ja schon immer zu Russland. Ich dachte eigentlich, dass die Ukraine in den letzten Jahrhunderten zu mehreren multinationalen Imperien gehörte, aber nie vollständig zu Russland ...
Wir haben alle für das Leben im 21. Jahrhundert einen hohen Preis gezahlt. Wir haben dafür viel geopfert, dass der Mensch, die Werte und die Regeln zählen. Nun wollen uns manche zurück ins 20. oder gar ins 19. Jahrhundert schieben. War das denn alles umsonst? 

Pavlo Klimkin, Botschafter der Ukraine in Berlin

Die Zeit, vom 10.04.2014

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