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Erzbischof von Lwiw und Metropolit der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche Andrej Scheptyzkyj
Veröffentlicht am 29 Juli 2020 Jahr 13:00

Patriot, Philanthrop, sozialer Leiter, die Person, die großen humanitären Heldentaten vollbracht und tiefes spirituelles Lehren entwickelt hat. Dies war und so ging in die Weltgeschichte und Erinnerung der UkrainerInnen, Metropolit Andrej Scheptyzkyj ein.

Am 29. Juli 2020 wird es 155 Jahre seit dem Geburtstag dieses großen Ukrainers, der für viele Generationen des ukrainischen Volkes eine echte moralische Autorität bleibt. Anlässlich des Jubiläums und als Ausdruck des tiefsten Respekts gegenüber Andrej Scheptyzkyj für seine Leistungen für die Ukraine und Menschheit, beschloss die Botschaft der Ukraine, eine Reihe von Inhalten dieser außerordentlichen und vielseitigen Persönlichkeit zu widmen.

Der zukünftige Metropolit wurde in die Familie eines wohlhabenden Grafen im Dorf Prylbytschi im Lwiwer Gebiet geboren. Dort erhielt er seine Grundschulbildung. Danach verbesserte er seine Kenntnisse in Krakau, das zu dieser Zeit zusammen mit Lwiw zum Kronland Galizien und Lodomerien des Habsburgerreiches gehörte. Danach studierte er Rechtswissenschaften an der Universität von Breslau und später, nach dem Segen seines Vaters Ivan Scheptyzkyj und Papst Leo XIII., im Dobromil-Kloster der basilianischen Mönche. Andrej Scheptyzkyjs Vater war übrigens Abgeordneter des galizischen Sejms, unterstützte die Idee einer vereinten Ukraine und interessierte sich aktiv für die griechisch-katholische Kirche. Er bestand darauf, dass sein Sohn eine umfassende Ausbildung erhält und erst dann sich von seiner Wahl und Berufung überzeugt.

Die erhaltene Ausbildung und der Abschluss als Doktor der Rechtswissenschaften halfen dem Metropoliten häufig bei seiner beruflichen Tätigkeit. Das Leben von Metropolit Andrej ist sehr dynamisch: Nach dem Episkopat in Stanislawiw, wo er zum ersten Mal an Gemeindemitglieder im Huzul-Dialekt schrieb, wurde er 1900 Metropolit von Galizien und begann, die theologische Ausbildung zu reformieren. Andrej Scheptyzkyj unterstützt auch konsequent junge talentierte Studenten mit Stipendien und schickt die talentiertesten an die Universitäten von Rom und Innsbruck, Fribourg und Wien.

1939 wurde auf seine Initiative das Ukrainische Katholische Institut gegründet, das heute führend in der Ukraine ist.

Erzbischof von Lwiw und Metropolit der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche in der Ukraine Andrej Scheptyzkyj nutzte die politische Arena für die Aufklärungszwecke. Er war Mitglied des galizischen Sejms und des Wiener Parlaments, hielt jedoch in beiden Institutionen nur zweimal Reden über Bildung und kulturelle Entwicklung. Der Metropolit von Galizien leitete auch eine Delegation beim österreichischen Kaiser, die die Gleichberechtigung der Ukrainer im österreichisch-ungarischen Reich forderte. Der Metropolit, der zehn Sprachen beherrschte und über eine ausgezeichnete philosophische und theologische Ausbildung verfügte, konnte diplomatische Verhandlungen meisterhaft führen.

Andrej Scheptyzkyj entwickelte das Lwiwer Gebiet umfassend: Er unterstützte finanziell Kindergärten und Waisenhäuser, gründete das ukrainische Krankenhaus "Narodna Litschnytsia" in Lwiw und sponserte Verlage und Genossenschaftsorganisationen. Seine Seligkeit pflegte eine besondere Liebe zur bildenden Kunst, gründete das Ukrainische Nationalmuseum und kümmerte sich ständig um dessen Ausstattung mit Exponaten.

Als russische Truppen 1914 Galizien besetzten, forderte Scheptyzkyj die Galizier auf, sich nicht der russisch-orthodoxen Kirche zu unterwerfen, und kritisierte die imperialistische Natur des Krieges. Dafür wurde er verhaftet und zuerst nach Kursk und dann nach Suzdal deportiert. Der Metropolit wurde erst nach der Februarrevolution freigelassen.

Andrej Scheptyzkyj war am Aufbau eines unabhängigen ukrainischen Staates höchst interessiert und beteiligte sich an der Ausarbeitung einer kleinen Verfassung der Westukrainischen Volksrepublik. Nach der Pariser Friedenskonferenz im Sommer 1919, auf der das Recht Polens auf Ostgalizien anerkannt wurde, unternahm der Metropolit eine Reihe von Reisen nach Frankreich, Italien, Belgien, in die USA und nach Kanada, wo er auf der Unterstützung der Ukrainer bestand. Die polnischen Behörden deportierten Scheptyzkyj wegen solcher unerwünschten Aktivitäten nach Posen. Zum Glück dauerte die Verhaftung nicht lange. Der Metropolit unterstützte aber den Prozess der Wiederbelebung der Ukraine für den Rest seines Lebens und widersetzte sich der polnischen Pazifikation.

Trotz der bedeutenden Autorität der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche wurden nach dem Beitritt der Westukraine zur Sowjetunion die theologische Akademie, das Priesterseminar und die theologischen Schulen geschlossen, alle kirchlichen Verlage und religiösen Gesellschaften funktionierten nicht mehr, Kirchengrundstücke wurden beschlagnahmt und Klöster wurden liquidiert. Sowjetische Regierung begann Maßrepressalien und Terror. So wurden Anfang Juni 1941 etwa 1,5 Millionen Menschen, darunter auch Priester, aus der Westukraine nach Sibirien und Kasachstan deportiert.

Früher, im Jahr 1939 wurde Scheptyzkyj-Familie vom sowjetischen Regime grausam betroffen – am 27. September 1939 wurden in Prylbytschi der Bruder vom Metropoliten, Lew, und seine Frau und Bedienstete (insgesamt 13 Personen) von NKWD-Offizieren erschossen. Das Familiengrab von Scheptyzkyjs wurde beschädigt, der Familienbesitz geplündert und wertvolle alte Dokumente zerstört.

Deswegen begrüßte Scheptyzkyj die deutsche Armee als Befreier und hoffte auf die Wiederherstellung des ukrainischen Staates, doch sehr bald gewann der Metropolit von den Vorhaben der National-Sozialisten eine Überzeugung. Die deutsche Besatzung ging auch mit Plünderungen, Repressionen und Deportationen nach Deutschland einher und die Nazis manipulierten oft mit seiner Persönlichkeit.

Nach tiefer Frustration über die Aktionen Deutschlands begann er offen gegen die physische Ausrottung von Juden zu protestieren, rettete persönlich mehr als 150 jüdische Kinder, versteckte sie zuerst in der St.-Georgs-Kathedrale und später, als es gefährlich wurde, in abgelegenen Klöstern und in der Scheptyzkyjs Residenz.

Allerdings wurde dem Metropoliten trotz anerkannten großen Taten nicht der Titel eines Gerechten unter den Völkern der Welt verliehen, wie beispielsweise seinem Bruder – Klementij Scheptyzkyj oder Äbtissin Olena Witer, die unter seiner Führung handelten. Wir hoffen, dass Yad Vashem in naher Zukunft seine Position überdenken und die Aktivitäten Seiner Seligkeit für die Rettung des jüdischen Volkes während des Holocaust anerkennen wird.

Andrej Scheptyzkyj starb am 1. November 1944 und wurde im Verlies der St.-Georgs-Kathedrale, die 1762 von den Vorfahren des Metropoliten erbaut wurde, beigesetzt.
Der Traum von einer unabhängigen Ukraine blieb zu seinen Lebzeiten unerfüllt. Der Metropolit sah jedoch keinen weiteren Spott seitens der Sowjetregierung gegen die Ukrainer und die Unterdrückung der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche. Das Verbot des damaligen Regimes zwang sie, mehr als 50 Jahre lang im Untergrund zu bleiben - von 1946 bis 1989.

Andrej Scheptyzkyj hinterließ aber ein bedeutendes Erbe in der Geschichte der Ukraine.

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