Aus Anlass des 75. Jahrestags der Tragödie von Babyn Jar findet in Kyjiw eine Reihe Gedenkveranstaltungen statt. Unter zahlreichen Statschefs und hochkarätigen Politikern befindet sich auch der Bundespräsident Joachim Gauck in der ukrainischen Hauptstadt.
In einem Telefongespräch mit dem Präsidenten der Ukraine betonte auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel das große Leid, das der Nationalsozialismus über Europa gebracht hat.
Aus Anlass des 75. Jahrestags des Massakers von Babyn Jar in der Ukraine sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin:
In diesen Tagen jährt sich das Massaker von Babyn Jar zum 75. Mal.
In der Schlucht von Babyn Jar ermordeten die deutschen Besatzer Kiews, wenige Monate nach dem Überfall auf die Sowjetunion, einen großen Teil der in der Stadt lebenden Juden.
Hier, in Babyn Jar, wurden in 48 Stunden mehr als dreiunddreißigtausend unschuldige Kinder, Frauen und Männer auf grausame Weise umgebracht.
Hier, in Babyn Jar, nahm der Holocaust, der Vernichtungsfeldzug gegen die Juden Europas, seinen furchtbaren Anfang.
Hier, in Babyn Jar, wurden bis zum Ende der deutschen Besatzung im Jahr 1943 Zehntausende von Kriegsgefangenen und Zivilisten hingerichtet, mussten Ukrainer, Russen, Weißrussen und viele andere ihr Leben lassen.
Babyn Jar steht symbolhaft für all das Leid, das Unrecht und die Barbarei, die der Nationalsozialismus über Europa gebracht hat.
Wirverneigen uns in großer Demut vor den Opfern der schrecklichen Taten, die in deutschem Namen begangen wurden, und wir sind dankbar dafür, dass die Menschen in der Ukraine uns heute in Freundschaft verbunden sind.