• A-
    A+
  • Für Sehbehinderte
  • Deutsch
  • Українською
Ausstellung „Eine europäische Sammlung. Meisterwerke aus dem Khanenko-Museum in Kyjiw“ in Aschaffenburg eröffnet
Veröffentlicht am 30 April 2026 Jahr 12:26

Am 29. April nahm der Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland, Oleksii Makeiev, an der feierlichen Eröffnung der Ausstellung „Eine europäische Sammlung. Meisterwerke aus dem Khanenko-Museum in Kyjiw“ im Christian Schad Museum in Aschaffenburg (Bayern) teil.

Die gemeinsame Ausstellung der Museen der Stadt Aschaffenburg und des Nationalen Kunstmuseums Bohdan und Varvara Khanenko (Kyjiw) präsentiert 73 Werke der Malerei, Skulptur und des Kunsthandwerks und zeigt die Vielfalt und den Reichtum der europäischen Kunst vom 15. bis zum 19. Jahrhundert. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder sowie des Kulturministeriums der Ukraine.


In seiner Ansprache betonte Botschafter Oleksii Makeiev die symbolische Bedeutung der Ausstellung für den deutsch-ukrainischen Kulturdialog:

„Erst kürzlich haben die Ukraine und Deutschland eine gemeinsame Kultursaison angekündigt – Projekte wie dieses zeigen, wie groß das Interesse beider Gesellschaften ist, einander besser kennenzulernen und im Dialog durch Kultur zu bleiben.“


Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder hob die Bedeutung der Zusammenarbeit als Zeichen der Unterstützung für die Ukraine hervor:

„In Aschaffenburg wird dank der bayerisch-ukrainischen Zusammenarbeit der Schutz des kulturellen Erbes gewährleistet. Dies ist ein klares Zeichen der Unterstützung für die Ukraine in schwierigen Zeiten. In Bayern stehen wir fest an der Seite der Ukraine!“


Der Oberbürgermeister von Aschaffenburg, Jürgen Herzing, betonte die besondere Rolle des Projekts für das kulturelle Profil der Stadt:

„Seit über zwanzig Jahren bezeichnet sich Aschaffenburg als ‚Stadt der Kultur‘ – und das zu Recht. Gemessen an ihrer Größe bietet die Stadt mit ihren zwölf Museen eine außergewöhnliche künstlerische Vielfalt. Dies hat historische Gründe: Mit dem Schloss Johannisburg als bedeutendem Wahrzeichen war Aschaffenburg über nahezu zwei Jahrhunderte Neben- und oft Hauptresidenz der Kurfürsten und Erzbischöfe von Mainz. Dies zog Kunst und Künstler an – Namen wie Matthias Grünewald oder Lucas Cranach sowie später Ernst Ludwig Kirchner und Christian Schad sind eng mit der Kunstgeschichte der Stadt verbunden. Als im vergangenen Jahr die Idee einer Ausstellung mit bedeutenden Werken aus dem Khanenko-Museum in Kyjiw an mich herangetragen wurde, fiel die Entscheidung sofort: Wenn wir unserem Anspruch als Kulturstadt gerecht werden wollen, mussten wir diese Chance nutzen.“


Die Ausstellung umfasst italienische, spanische, niederländische, flämische und französische Kunst, die einen besonderen Platz in der Sammlung des Khanenko-Museums einnimmt. Ein Teil der Werke wurde bereits international präsentiert, unter anderem im Königsschloss in Warschau, im Nationalmuseum in Posen sowie im Bredius Museum in Den Haag. Zu den vertretenen Künstlern zählen Peter Paul Rubens, Juan de Zurbarán, Werke aus der Werkstatt von Hieronymus Bosch sowie das „Anbetung der Könige“-Gemälde des sogenannten Meisters der Khanenko-Anbetung.


Gleichzeitig zeigt die Ausstellung in Aschaffenburg auch Werke, die in den letzten Jahren nicht international präsentiert wurden, darunter eine Skulptur von Antonio Canova aus der Sammlung des Khanenko-Museums. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Skulptur der zeitgenössischen ukrainischen Künstlerin Maria Kulikovska aus der Serie „Shot Figures“, die von der Stadt Aschaffenburg erworben wurde. So entsteht ein eindrucksvoller Dialog zwischen klassischem Erbe und zeitgenössischer Kunst.


Wie der Direktor der Museen der Stadt Aschaffenburg und Kurator der Ausstellung, Dr. Thomas Schauerte, hervorhob, ist dieser Dialog bewusst kuratorisch angelegt:

„Der vollendeten Schönheit der Marmorskulptur ‚Frieden‘ von Canova steht eine etwa gleich große Skulptur der international bekannten ukrainischen Künstlerin Maria Kulikovska gegenüber. Sie ist von Einschusslöchern gezeichnet und mit Patronenhülsen durchsetzt – ein denkbar starker Kontrast zum klassischen Ideal. Diese Gegenüberstellung verweist auf den historischen Hintergrund, vor dem diese Ausstellung stattfindet.“


Diese Gegenüberstellung ist auch politisch zu verstehen. Die Skulptur „Frieden“ von Antonio Canova, ursprünglich im Auftrag des russischen Politikers und Diplomaten Nikolai Rumjanzew geschaffen, verweist auf historische „Friedensverträge“, die mit imperialer Expansion einhergingen. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach der Natur von Frieden und danach, wie historische Symbole heute neu interpretiert werden können.


Die Werke von Maria Kulikovska sprechen hingegen direkt aus der Perspektive der Gegenwart. Ihre Serie „Shot Figures“ entstand aus der Auseinandersetzung mit Krieg, Gewalt und der Zerstörung von Kunstwerken in der Ukraine. Die Skulpturen basieren auf Abgüssen ihres eigenen Körpers und werden im Rahmen performativer Prozesse bewusst beschädigt – sie erinnern an verletzliche menschliche Körper und machen die physischen und psychologischen Spuren des Krieges sichtbar.


Kulikovska ist eine ukrainische Multimedia- und Performancekünstlerin, Bildhauerin und Forscherin, die in Kertsch auf der derzeit vorübergehend von Russland besetzten Halbinsel Krim geboren wurde. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt und erhalten in Aschaffenburg eine neue Bedeutung als Gegenposition zu klassischen Idealen von Harmonie und Frieden.


Die Ausstellung wird so zu einem Ort des Dialogs zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Kunst und politischer Realität sowie zwischen Erinnerung, Verantwortung und Freiheit.


Das Nationale Kunstmuseum Bohdan und Varvara Khanenko in Kyjiw bewahrt die bedeutendste Sammlung internationaler Kunst in der Ukraine. Die Grundlage der Sammlung bildet die private Kollektion des Ehepaars Khanenko aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Seit Beginn der russischen Vollinvasion im Jahr 2022 ist die Hauptsammlung aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich. Dennoch setzt das Museum seine Arbeit fort, organisiert Ausstellungen und kooperiert mit internationalen Partnern zum Schutz des ukrainischen Kulturerbes.


Das Khanenko-Museum wurde 2024 mit dem CIMAM Outstanding Museum Practice Award ausgezeichnet und erhielt 2025 die Hauptauszeichnung „The Best in Heritage – Project of Influence“.


Organisatoren: Museen der Stadt Aschaffenburg, Christian Schad Museum, Nationales Kunstmuseum Bohdan und Varvara Khanenko (Kyjiw).


Projektpartner: Ernst von Siemens Kunststiftung, HERMANN REEMTSMA STIFTUNG, Kulturfonds Bayern, Bezirk Unterfranken, Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, Sparkasse Aschaffenburg Miltenberg, Bürgerstiftung Aschaffenburg.


Die Ausstellung ist bis zum 10. Februar 2027 geöffnet und bietet die Möglichkeit, europäische Meisterwerke aus Kyjiw in Deutschland zu erleben.


Weitere Fotos (© Julia Schwendner) finden Sie in unserer Mediathek.


Übersetzung mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt.

Outdated Browser
Для комфортної роботи в Мережі потрібен сучасний браузер. Тут можна знайти останні версії.
Outdated Browser
Цей сайт призначений для комп'ютерів, але
ви можете вільно користуватися ним.
67.15%
людей використовує
цей браузер
Google Chrome
Доступно для
  • Windows
  • Mac OS
  • Linux
9.6%
людей використовує
цей браузер
Mozilla Firefox
Доступно для
  • Windows
  • Mac OS
  • Linux
4.5%
людей використовує
цей браузер
Microsoft Edge
Доступно для
  • Windows
  • Mac OS
3.15%
людей використовує
цей браузер
Доступно для
  • Windows
  • Mac OS
  • Linux