Dmytro Kuleba und Heiko Maas haben am 24. März 2020 die Verhandlungen im Rahmen des ersten virtuellen Besuchs nach Deutschland durchgeführt.
Die Außenminister der Ukraine und der Bundesrepublik Deutschland haben die Bekämpfung von Coronavirus, die Hilfe für die Ukrainer im Ausland, die EU- und NATO-Integration, die Dynamik der Vorbereitung auf das Normandie-Treffen, die Durchführung von Reformen in der Ukraine sowie die wirtschaftliche Krisenpolitik besprochen.
„Ich freue mich darüber, dass ich als Außenminister den ersten Besuch nach Deutschland abgestattet habe. Obwohl es ein virtuelles Treffen war, haben wir mit Heiko Maas vollständige Verhandlungen durchgeführt und das ganze Spektrum der Fragen bezüglich bilateraler Beziehungen besprochen. Seit meinem Amtsantritt habe ich mit keinem von meinen ausländischen Kollegen häufiger geredet, als mit dem Oberhaupt des Auswärtigen Amtes. Hoffentlich bewahren wir solche aktive Kommunikationsdynamik auch in der Zukunft“, - erklärte Dmytro Kuleba nach den Verhandlungen, die über eine Stunde dauerten.
Dem Minister zufolge begann das Gespräch mit der Koordination der Anstrengungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus: „Ich bedankte mich bei Heiko Maas für die Einwilligung, unsere Bitte zu erfüllen, sodass die deutschen Fluggesellschaften auch die ukrainischen Bürger aus den entfernten Ecken der Welt nach Deutschland zu holen, woher wir ihnen helfen werden, in die Ukraine zurückzukommen."
Dmytro Kuleba hat angedeutet, dass es vor allem um Südamerika geht. Die Außenminister haben den Arbeitsplan besprochen, die Botschaften erarbeiten dann die Details. Heiko Maas dankte wiederum der ukrainischen Seite für ihre Unterstützung bei der Rückkehr deutscher Staatsbürger: „Die Ukrainer haben uns geholfen und ich möchte im Auftrag von deutschen Bürgern meine Dankbarkeit denjenigen in der Ukraine ausdrücken, die daran beteiligt haben. Ich danke Ihnen für das Zeichen dieser Solidarität mit den Menschen, die in diesen schwierigen Zeiten nach Deutschland zurückkehren wollten."
Dmytro Kuleba betonte, dass die Ukraine auch angesichts der globalen Krise den Kurs systemischer Reformen fortsetzen werde, und appellierte an den deutschen Kollegen, die Ukraine in internationalen Finanzorganisationen zu unterstützen.
Die Parteien widmeten große Aufmerksamkeit den Bemühungen zur Lösung des russisch-ukrainischen Konflikts im Donbas. Die Minister waren sich einig, dass es wichtig sei, die bestehenden Verhandlungsformate beizubehalten und die Zusammenarbeit der außenpolitischen Anstrengungen in ihrem jeweiligen Rahmen zu stärken.
Während des Gesprächs diskutierten die Parteien auch über die Dynamik der bilateralen Zusammenarbeit und die Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen der Ukraine und Deutschland in den Zeiten der globalen Krise.
Besondere Aufmerksamkeit wird der Zusammenarbeit im Bereich alternativer Energie, insbesondere der Wasserstoff-Energie geschenkt.
Heiko Maas bestätigte die Bereitschaft der deutschen Regierung, während der Abstimmung im Europarat in zweiter Hälfte 2020 die Interessen der Ukraine zu berücksichtigen. Der deutsche Außenminister hat auch bestätigt, dass Deutschland die Ukraine weiterhin bei der EU- und NATO-Integration unterstützen werde.